Hans-Ruedi Tanner

Kompetenz
- Marketing- und Kommunikationsberatung
- Führung komplexer Mandate
- Kooperatives Marketing für Händlerorganisationen und Verbände

Hobbies
- Neue Medien
- Kunstgeschichte
- Golf

 

10 Fragen an Hans-Ruedi Tanner

1. Was verstehen Sie unter „klein aber fein“?
Ohne Ballast aber mit einem Partnernetz von Spezialisten zu arbeiten.

2. Welches sind Ihre Zielgruppen?
Einerseits: KMU’s – hier bin ich gerne als Massschneider tätig: Entweder kümmere ich mich um alle Kommunikationsmittel (inklusive PR, Homepage, Facebook und Newsletters) oder lediglich um einen Teilbereich (zum Beispiel Anzeigen in der Fachpresse).
Anderseits: Mich interessieren nach wie vor Aufgaben im Bereich des Kooperativen Marketings für Händlerorganisationen, Verbände, Interessensgruppen.

3. Auf welche Mandate, die Sie in den letzten Jahren betreut haben, sind Sie besonders stolz?
Auf die Rittergold-Imagekorrektur in der Leaderpresse. Beispielsweise wurde eine Schlagzeile
„Sag nicht einfach Most zum Rittergold, sonst wird er sauer“, zum Dauerbrenner in der Ostschweiz.

Auf unsere Jet Aviation-Kampagne: Die Anzeigen schalteten wir jahrelang in unterschiedlichen Sprachen
auf allen Kontinenten, was manche Grossagentur neidisch werden liess.

Auf SwissDrink: Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz gestalteten wir über 10 Jahre lang das kooperative Marketing dieser Gruppe, für dessen Finanzierung wir die Lieferanten gewinnen konnten.

Und schliesslich auf Mammut Lift: Wir betreuen die Marke seit zwölf Jahren. Und der Kunde ist überzeugt: Kontinuität ist ein wesentlicher Bestandteil seines Erfolgs! Innerhalb der Linie, die wir durchziehen, fällt uns immer wieder etwas Neues ein.

4. Welche Auftraggeber haben Sie am meisten beeindruckt?
Ruedi Merz von Jacky Maeder – sehr kreativ und ein toller Motivator.

Heinz Aebi von Jet Aviation – der Humorvollste. Bei ihm denke ich an den Kalenderspruch: „Es ist unmöglich, witzig zu sein, ohne ein bisschen Bosheit!“

5. Was halten Sie von Social Media
Einerseits: Die Unternehmen stürzen sich auf diese neuen Möglichkeiten. Alle wollen ihre Ideen, Produkte oder sich selbst möglichst günstig einem breiten Publikum vorstellen.
Anderseits: „If your product sucks - social media makes it visible“ – Negativerlebnisse werden geposted und geshared.

6. Welches sind die meisten Fehler in Marketing und Werbung
Fehler machen alle. Auch die ganz Grossen, wenn Sie an „New Coke“ denken oder an Apples Patentstreit mit Samsung.

Bei den kleineren Firmen vermisse ich oft Systematik und Kontinuität. Viele starten mit einer guten Idee. Aber wenn die mal ausgelaugt ist oder kopiert wird, fehlt eine starke Nachfolgerin.

7. Weshalb haben Sie Ihren Standort von Zürich-Seefeld nach Meilen verlegt?
Die Zusammenarbeit mit Kunden, Freelancern, Medien und Lieferanten läuft heute praktisch zu 100% übers Internet. Die Standortfrage ist sekundär geworden. Zudem habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, unsere Kunden alle Monate mal selbst zu besuchen.

8. Arbeiten Sie auch gratis?
Ja. Beispielsweise für Ken Benz. Diesem jungen talentierten Profi-Golfer gestalteten wir die Website. Oder einer Sprachheilschule halfen wir beim Fundraising. Bei allen anderen Kunden verlange wir Fr. 150.— pro Stunde.

9. Was bringt Sie zum Lachen?
Situationskomik.

10. Was lässt Sie schwach werden?
Meine Frau. Und ein Glas Bordeaux.

 

Philosophie

 

KLEIN ABER FEIN.

ERFAHRUNG MACHT DEN MEISTER.

FRISCHE IDEEN MACHEN MÜDE MARKEN MUNTER.

DIE GRAUE THEORIE IST EIN ZWERG –
DAS KONKRETE BEISPIEL IST HINGEGEN EIN RIESE.

 

 

 

Wie alles begann

Wer in der Schweiz kennt sie nicht, die Kägi Fretli? Die mit feinster Schokolade umhüllten Waffeln aus dem Toggenburg? Ich hatte das Glück, die Inhaber, die Gebrüder Kägi, kurz nach meinem Einstieg in die Werbung kennen zu lernen. Mein damaliger Chef, Client Director der Werbeagentur Lintas, bekam eine Einladung zu einem „unverbindlichen“ Kundengespräch. Da der Kontakt via Empfehlung eines internationalen Kunden zustande kam, musste er die Einladung wohl oder übel annehmen (Hinweis: Grossagenturen waren damals in Bezug auf Neukunden wählerisch.). Unser im internationalen Advertising Business gross gewordener Chief Client Director hatte vorher noch nie etwas von den Gebrüdern Kägi gehört, er kannte weder deren Produkte noch die Guetzlifabrik in Liechtensteig. Da seine Zeit kostbar war (Stundenansatz schon damals Fr. 180.—), fuhr er mit wenig Begeisterung los. Aber so richtig schlecht gelaunt war er bei seiner Rückkehr: Die Gespräche mit den werbeunerfahrenen Biscuitbäckern waren langweilig, das Werbebudget wenig attraktiv und die Hin- und Rückreise über den Ricken bei Schnee und Nebel eine Katastrophe. Kurz: Für ihn ein Tag nach dem Motto „ausser Spesen nichts gewesen“. Und weil ich nicht nur sein jüngster, sondern auch mit Abstand sein billigster Mitarbeiter war, erkürte er mich kurzerhand zum Berater für den Kägi-Account.

Minibudget hin oder her – ich engagierte mich, hatte Erfolg und einen guten Draht zu den Kägis. Als sie erfuhren, dass ich nach meinen Lehrjahren eine eigene Agentur gegründet hatte, waren sie begeistert, kündigten den Etat bei der internationalen Agentur und unterschrieben bei der TannerWerbung.

Für „Toggenburger Alpenbutterkekse aus der Schweiz“ konzipierten wir Radiospots und schalteten diese in ganz Österreich und im Norddeutschen Raum zu einer Zeit, als man in der Schweiz noch Radio Beromünster hörte.

Die Gebrüder Kägi blieben treue Kunden, bis sie ihre Biscuitfabrik einem Konzern verkauften.

2. November 1981: Gründungstag TannerWerbung

Im selben Jahr kamen übrigens Anna Kournikova, Serena Williams, Lleyton Hewitt und ... Roger Federer auf die Welt. Nelson Piquet wurde Weltmeister und Eintracht Frankfurt Pokalsieger.